CGI vs. Fotografie

von | Nov 7, 2022 | Allgemein

Ist CGI besser als Produktfotografie?

CGI steht für Computer Generated Imagery, also am Computer erstellte Bilder. Im Gegensatz zur Fotografie ist man am Computer nicht an physikalische Gesetze gebunden und hat daher wesentlich mehr Möglichkeiten. Auf der anderen Seite muss in der virtuellen Welt alles genau beschrieben werden, was gezeigt werden soll. Je nach Anwendungsfall gibt es also Vorteile und Nachteile für beide Technologien.

CGI punktet bei großem Produktsoriment

Wenn man Produkte im leeren Raum zeigen möchte, dann eignet sich CGI hervorragend. Und das kommt oft vor, denn mit Freistellern kann man hochwertiges Marketingmaterial wie Produktbroschüren, Website-Content oder Messebanner flexibel gestalten. Für Produktfreisteller mittels CGI benötigt es im Grunde nur das 3D-Modell des zu zeigenden Gegenstandes, den sogenannten digital Twin. Dieses Modell wird in ein virtuelles Fotostudio platziert und ähnlich wie auch beim echten Fotografen perfekt ausgeleuchtet. Soweit noch kein offensichtlicher Vorteil. Der kommt allerdings schnell ins Spiel, wenn es Varianten eines Produktes wie unterschiedliche Größen, Farben oder Designs gibt. Hier kann CGI Prozesse automatisieren und gewährleisten, dass alle Bilder im selben Stil dargestellt werden und eine einheitliche Bildsprache entsteht. Auch wenn neue Produkte erst Jahre später zur Kollektion hinzukommen, kann exakt dasselbe Lichtset wiederverwendet werden, für den Fotografen fast unmöglich. Es entsteht also eine Prozesssicherheit sowie ein Kostenvorteil gegenüber traditioneller Prouktfotografie, der umso größer ausfällt, umso größer das Produktsortiment ist.

Echte Emotionen brauchen echte Menschen

Auf der anderen Seite gibt es Bilder, bei denen Produkte in Interaktion mit Menschen gezeigt werden sollen. Sobald es darum geht, echte Emotionen von echten Menschen zu zeigen ist Fotografie eindeutig die bessere Wahl. Zwar gibt es auch hier immer mehr Möglichkeiten mit computergenerierten Personen (sogenannte digitalen Avataren oder 3D-Charactern), diese erfordern aber noch sehr viel Arbeit und demnach Budget. Hier würden wir von einer low-budget Umsetzung abraten, da der Effekt sonst schnell ins negative Umschlagen kann, nämlich wenn man das uncanney-valley betritt. Wen das Thema interessiert, kann sich gleich den nächsten Blog-Artikel über virtuelle Influencer anschauen.

Kurz gesagt, Als Fotograf kann man auf die reale Umgebungen und echte Menschen zurückgreifen und diese ein Stück weit gestalten. Zum Beispiel kann man entscheiden, um welche Uhrzeit man fotografieren möchte, am helichten Tag, in der Dämmerung oder bei Nacht. Wie allerdings das Wetter zu dieser Zeit sein wird ist schwer vorherzusagen. MIT CGI dagegen können, bzw. müssen alle Parameter genau definiert werden, sind dann aber zuverlässig und beständig. Wer also nach Prozesssicherheit sucht und klare Vorstellung vom Bildaufbau hat, kann durchaus von den vielen Möglichkeiten, die CGI zu bieten hat, profitieren.

Photo by Billy Freeman on Unsplash